Mein Name ist Sabine, ich bin verheiratet und Mami von drei fast erwachsenen Kindern. Mein grösster Wunsch war es stets, einmal eine eigene Familie haben zu dürfen, und ich bin sehr dankbar und fühle mich reich gesegnet, dass ich meinen Traum heute leben darf.
Aber nicht immer läuft es im Leben so, wie man es sich wünschen würde. Vor ungefähr zweieinhalb Jahren traf mich völlig überraschend eine grosse Uneinigkeit in meiner Herkunftsfamilie. Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen und hätte es niemals für möglich gehalten, dass wir als Familie in einen solchen Konflikt untereinander geraten könnten.
Auch jetzt beim Schreiben kann ich eigentlich nur den Kopf schütteln. Für mich ist vieles unverständlich und es hat mir buchstäblich den Boden unter den Füssen weggezogen. Zu Beginn drohte ich an dieser Familienkrise zu zerbrechen. Ich war psychisch am Ende, trauerte um die Beziehung zu meinen Eltern, fühlte mich unverstanden, ungehört, verlassen, zu Unrecht beschuldigt. Es ging mir miserabel und ich war mit meinen Kräften am Ende.
In meiner Verzweiflung schrie ich zu Gott und fühlte mich zuerst auch von ihm ungehört.
Ich verstand nicht, wieso ich mich so schlecht fühlte, wo ich doch Gott an meiner Seite habe. Ich sehnte mich nach Antworten und begriff, dass ich mir bewusst Zeit für die Beziehung zu Gott nehmen sollte, damit ich ihn hören kann. So begann ich, meinen Wecker morgens früher zu stellen, um Zeit mit Gott verbringen zu können. Ich kaufte mir ein Notizbüchlein (dem noch zahlreiche weitere folgen sollten) und schrieb dort meine Gebete und Gedanken auf. Innert Kürze wurde diese morgendliche Zeit mit Gott für mich zu einem wichtigen Anker und ich freue mich riesig über diese neue, tiefe Beziehung zu ihm.
Gott forderte mich auf, meine Herkunftsfamilie in seine Hände zu geben, die Krise innerlich loszulassen und ihm zu vertrauen.
Meine Gebete änderten sich von «Was soll ich tun?» zu «Danke, dass DU im Verborgenen am Wirken bist». Ich erkannte, dass ich selbst weder den Frieden für meine Familie bewirken noch den Scherbenhaufen von zerbrochenen Beziehungen wieder zusammenfügen kann. Was ich aber tun kann, ist unbeirrt an meinem Glauben festzuhalten und für Wunder und Heilung zu beten. Das habe ich wieder und wieder umgesetzt. Ein Vers aus der Bibel wurde mir dabei sehr wichtig:
Ich lasse euch ein Geschenk zurück – meinen Frieden. Und der Friede, den ich schenke, ist nicht wie der Friede, den die Welt gibt. Deshalb sorgt euch nicht und habt keine Angst. Johannes 14:27
Dieser Vers begleitet mich seit dem Familienkonflikt und ich darf erleben, wie Gott mir Frieden und auch Freude schenkt, obwohl die Situation in meiner Herkunftsfamilie immer noch angespannt ist. Mitten in der Krise zog ich ausserdem folgenden passenden Jahresvers: „Ladet alle eure Sorgen bei Gott ab, denn er sorgt für euch.“ 1. Petrus 5:7
Seit nun zweieinhalb Jahren erlebe ich, wie Gott mich Schritt für Schritt führt. Ich darf ihm die ganze Situation abgeben und loslassen und er sagt mir, wenn ich aktiv etwas tun soll. So hatte ich zum Beispiel den starken Eindruck, eine Psychotherapie zu machen, um die Ereignisse und die tiefe Trauer richtig zu verarbeiten. Seit der Familienkrise kämpfte ich mit grosser Traurigkeit und konnte meine Emotionen und meine Tränen nicht immer kontrollieren.
Ich spürte, wie Gott mir aufs Herz legte, mich um meine Seele zu kümmern.
In der Therapie durfte ich alles aufarbeiten und schliesslich loslassen. Es war ein anstrengender Prozess, der sich aber gelohnt hat: Ich trage heute keinem Familienmitglied mehr etwas nach und fühle mich dadurch befreit. Kurz vor Weihnachten hatte ich dann den Gedanken, dass ich meinen Eltern einen Adventskalender machen könnte. Zuerst fand ich diesen Gedanken etwas sonderbar (ich hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch mit meinem Vater ganz wenig Kontakt), aber als diese Idee hartnäckig immer wieder durch meinen Kopf schoss, setzte ich sie in die Tat um. Es stellte sich heraus, dass es ein Schritt in die richtige Richtung war (ja, ich weiss: logisch, wenn Gott es führt). Der Adventskalender hat buchstäblich Türen geöffnet: In der Altjahrwoche kam es nach langer Zeit Kontaktabbruch zu einem gemeinsamen Abendessen mit meinen Eltern!
Ich bin gespannt, wie es weitergeht und bin dankbar, dass meine Beziehung zu Gott in dieser herausfordernden Zeit gewachsen ist und an Tiefe gewonnen hat!
Diese Tiefe kann ich nun noch weiter ausbauen, indem ich das College der HOPE & LIFE Church besuche und dort die Bibel ganz neu entdecken darf. Auch dieser Entscheid, mich für das College anzumelden, war zuerst so ein leiser Gedanke in meinem Kopf, den ich nicht mehr loswurde, Gott sei Dank! Das College ist grossartig und ich darf jede Menge lernen. In diesem ganzen Prozess bin ich Gott näher gekommen und mein Vertrauen in ihn ist gewachsen. Ein Vers aus der Bibel drückt treffend aus, was ich durch eigene Erfahrung erlebt habe: „Überlass dem HERRN die Führung deines Lebens und vertraue auf ihn, er wird es richtig machen.“ Psalm 37:5
